Der beste Platz

Der beste Platz für das Grünen-Plakat „Hier sind Bienen wieder zuhause“ ist zweifellos an der Oberausbrücke. Dort befindet sich nämlich hinter dem Mahnmal für die 1942 nach Gurs verschleppten Grötzinger Jüdinnen und Juden eine Klotzbeute, ein Bienenstock in einem ausgehöhlten Stück Baumstamm.

Foto: Rainer Romer, Initiator der Klotzbeute

Siehe auch Rainer Romers Facebook-Seite.

Nachverdichtung „Im Speitel“

Am 6. Mai 2019 erreichte uns folgende Anfrage aus dem Speitel:

Sehr geehrte Damen und Herrn,

das Thema „Nachverdichtung“ im Wohngebiet „Im Speitel“ schlägt hier hohe Wellen. Als Bewohner und … erlebe ich hierzu regelmäßig teils heftige Diskussionen. Dabei geht es insbesondere um die sich mit dem Bau eines weiteren Halbhochhauses samt Kita voraussichtlich deutlich zuspitzende Verkehrs- und Parkraumsituation in dieser ohnehin äußerst engen und langgezogenen Sackgasse, sowie um die damit einhergehende Abholzung des als „grüne Lunge“, Frischluftschneise sowie Spiel- und Regenerierfläche dienenden „Wäldchens“.

Diese Woche werden wir im Rahmen unserer jährlichen Eigentümerversammlung sicherlich auch darüber sprechen und uns interessiert im Vorfeld der Kommunalwahl natürlich sehr, welche Haltung die zur Wahl stehenden Parteien zu diesem Thema einnehmen.

Könnten Sie mir kurz erläutern, wie Sie zu diesem Thema stehen,
insbesondere für den Fall, dass der Bau eines weiteren Halbhochhauses auf der Fläche des „Wäldchens“ im m.W. gerade laufenden Gutachten der Stadt Karlsruhe („Machbarkeitsstudie“) als „machbar“ eingestuft würde?

Vielen Dank und freundliche Grüße

NN

Unsere am 9. Mai 2019 verschickte Antwort lautet:

Sehr geehrter Herr NN,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die wir Ihnen gerne beantworten möchten.

Das von Ihnen angesprochene Wäldchen im Speitel ist sowohl ein bebaubares Grundstück als auch eine ökologisch wertvolle Fläche.  Eine Bebauung könnte zwar dringend benötigten Wohnraum schaffen, sie wäre jedoch klimaschädigend und wird von uns nicht unterstützt. Zur Wohnraumschaffung geben wir Maßnahmen den Vorzug, die zur Vermietung leerstehender Wohnungen führen (siehe unser Wahlprogramm).

Die GLG bemüht sich schon seit Jahren – leider erfolglos – um die Sanierung der Kita Kegelsgrund. Dazu wurden immer wieder Anträge gestellt und das Thema im Rat behandelt (06.12.15, 18.03.18, 12.12.2018).

Aus den oben genannten Gründen halten wir einen Neubau an einem neuen Standort für überflüssig und favorisieren nach wie vor die Sanierung, oder alternativ einen Neubau am heutigen Standort bei gleicher versiegelter Grundfläche.

Für weitere Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Gabi Vorberg, stellvertretende Fraktionsvorsitzende GLG

Praktizierter Klimaschutz – trotz Feuer?!

Mit ihrer Brennaktion am Samstag, 27. April 2019, lud die Grüne Liste Grötzingen die Bevölkerung zu einer gelebten Aktion für den Klimaschutz ein: Das Brennen schadstofffreier Pflanzenkohle für die spätere Herstellung von Terra Preta – nährstoffreicher Schwarzerde.

Wie kann das Verbrennen von Baumschnitt zum Klimaschutz beitragen? Die Technik macht es! Die Pflanzenreste werden nicht zu Asche verbrannt, sondern durch das spezielle Brennverfahren (Pyrolyse) in Pflanzenkohle umgewandelt. Pflanzen haben bei ihrem Wachstum mit Hilfe von Sonnenenergie das Treibhausgas Kohlendioxid der Atmosphäre entzogen. Beim Verkohlen bleiben etwa 50 % des Kohlenstoffs der Pflanzen in der entstehenden Kohle gebunden und werden später der Erde beigemischt. Dort machen Kohle und Humus die Erde dauerhaft fruchtbar und entziehen der Atmosphäre das Kohlendioxid für Jahrhunderte bis Jahrtausende. Die Schwarzerde dient also gleichzeitig dem Klimaschutz, der Bodenfruchtbarkeit und der Ernährungs-Souveränität von Gärtnerinnen und Landwirten.

Das Brennen der Holzkohle fand in einer Erdgrube und in einem halben Stahlfass statt. Wichtig für die Pyrolyse ist, dass von unten kein Sauerstoff zutritt.

Unter der fachkundigen Anleitung von Dr. Armin Siepe wurde um 12 Uhr angefeuert, ab 13 Uhr kamen über 20 interessierte Besucher-innen dazu. Zwei Stunden später war die extra dafür ausgehobene Grube schon gut mit Pflanzenkohle gefüllt, auch dank der tatkräftigen Mithilfe zahlreicher Interessierter, die ihren Spaß am Befeuern hatten. Eine weitere Stunde später wurde abgelöscht und die Pflanzenkohle war bereit zum Mitnehmen. Getränkt mit Goldwasser (vulgär Urin) und gemischt mit Kompost wird sie zu Humus aktiviert und wirkt im Boden als dauerhafter Speicher für Mineralstoffe, die dosiert an die Pflanzenwurzeln abgegeben werden, aber dagegen geschützt sind, vom Regen ins Grundwasser gespült zu werden.

Hier wird das Feuer im halben Fass abgelöscht.
Zum Ablöschen des Feuers in der Grube kam ein Regenschauer gerade recht.

Wer mehr wissen möchte, klicke den folgenden Link an: Nachhaltigkeits-Netzwerk. Nach kurzer Wartezeit kommen auf der weißen Fläche Fotos, die zum Teil im Gemeinschaftsgarten am Grezzoplatz gemacht wurden. Weiter unten werden Terra-Preta-Aktivitäten angekündigt wie auch beim Fachverband Pflanzenkohle.

Die Grüne Liste Grötzingen bedankt sich bei allen Mithelfern für den schönen und lehrreichen Nachmittag sowie die guten Gespräche.

Dreck-weg-Aktion 2019

Im Rahmen der Dreck-weg-Wochen der Stadt Karlsruhe hatten wir zum schon traditionellen Sammeln eingeladen. Am Freitag, dem 12. April, fanden sich zahlreiche Bürger aus Grötzingen sowie Verstärkung aus Karlsruhe ein. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Gemeinderat, Johannes Honné, beteiligte sich am Stadtteilputzen.

Schnell waren die Zangen und Drecksäcke verteilt und besprochen, wo vermüllte Stellen sind und wer wo saubermacht. Es wurde nicht nur Müll gesammelt, sondern auch auf einem Stück des Malerwegs am Knittelberg altes Laub weggefegt und heruntergeschwemmte Erde weggeschaufelt.

Nach anderthalb Stunden traf man sich wieder am Ausgangspunkt. Erfreulicherweise konnten alle berichten, dass es innerorts relativ sauber ist. Nichtsdestotrotz kamen einige Säcke Müll zusammen. Vor allem fand man viele Zigarettenkippen am Rand von Parkplätzen und an den Bushaltestellen. Neuralgische Stellen waren auch bekanntermaßen die Grünstreifen entlang der B3 und der Auffahrten. Es wird viel Dreck aus dem Auto geworfen oder mit dem Auto in die Natur gebracht. Sogar alte Möbel werden einfach irgendwo abgestellt.

Zum Abschluss genossen die fleißigen Helferinnen und Helfer das von der GLG gestiftete Vesper und führten lebhafte Gespräche, wegen der bevorstehenden Wahlen vor allem über die Politik im Ort, in der Stadt und in Europa.

Ärgernis der Woche

Die Bundesrepublik geht mit dem Geld von uns Bürgern gerichtlich dagegen vor, dass Informationen aus einem von unserem Geld bezahlten Gutachten unter uns verbreitet werden. Siehe FragdenStaat.

Möchte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner nicht, dass wir erfahren, wie problematisch die Ackergifte sind, die mit ihrer Zustimmung und unter Missachtung eines Vetos von Bundesumweltministerin Svenja Schulze dieses Jahr auf dem deutschen Markt erneut zugelassen wurden?

Jahreshauptversammlung am 1. April 2019

GLG setzt grüne Akzente
Am Montag, den 01.04.2019, traf sich die Grüne Liste Grötzingen zu ihrer jährlichen Hauptversammlung. Der Vorstand und die Fraktion blickten auf ein aktives und erfolgreiches Jahr im Ortschaftsrat zurück. Vorsitzender Titus Tamm begrüßte die anwesenden Mitglieder sowie einen Gast und fasste zusammen, in welchen Bereichen sich die GLG im vergangenen Jahr engagierte. Eine ganze Reihe von Anträgen wurde in den Ortschaftsrat eingebracht und positiv beschieden, so z. B. der Erhalt unserer grünen Umgebung in Grötzingen im Entwurf des Flächennutzungsplans 2030, eine Fahrradgarage am Bahnhof, die Durchführung einer Infoveranstaltung zu Sicherheitsbedenken zum Brandschutz und Verkehr im Wohngebiet „Im Speitel“ sowie das Aufstellen einer Geschwindigkeitsanzeigetafel in der Augustenburgstraße in der Nähe der Schule. Des Weiteren wurden mit Anfragen und Anträgen die Aus- bzw. Neubaupläne von Kindergärten im Ort, die Entwicklung des Verkehrs im Ortskern und die Entwicklung der Nutzung des Baggersees im Landschaftsschutzgebiet ebenso kritisch begleitet. Aus Beteiligungen an den Arbeitskreisen „Klima für Grötzingen“  und „Sanierung Ortskern“ sowie dem „Jugendforum Grötzingen“ werden konkrete Vorschläge und Maßnahmen im Sinne eines Gleichgewichts von Mensch und Natur entwickelt.
Man zeigte sich über die Zusammenarbeit mit der Ortsverwaltung sehr zufrieden und viele Anträge wurden durch die anderen Fraktionen im Ortschaftsrat mehrheitsbildend unterstützt. So konnten wichtige ökologische Impulse für die Entwicklung des Ortes gegeben werden.
Eine attraktive, völlig neu überarbeitete Webseite www.gl-g.de bietet mehr Information und Kommunikation im Sinne einer stärker inhaltlichen Öffentlichkeitsarbeit. Im Anschluss an die Berichte wurden der Vorstand und der Kassenführer Peter Metzger entlastet.
Welche weiteren „grünen“ Akzente die Grüne Liste Grötzingen setzen möchte, beschreibt sie in ihrem in Kürze erscheinenden Programm für die Ortschaftsratswahl 2019.

Antrag: Ersatzpflanzungen

In Grötzingen wurden und werden noch für die Bebauungen

  • Neubau auf der Schwanenwiese
  • Umbau Schloss Augustenburg
  • Neubau Kita Ringelberghohl
  • Neubau Schulgebäude
  • Neubaugebiet Junge Hälden 3

sehr viele Bäume gefällt, die nun mit ihrer klimatischen Funktion als auch für die Tierwelt fehlen. In der Baumschutzsatzung der Stadt Karlsruhe sind Ersatzpflanzungen gefordert.

Wir beantragen:

Die zuständigen Stellen der Stadt erläutern, wie viele Bäume auf den oben genannten Flächen gefällt wurden bzw. werden, wo wie viele Ersatzpflanzungen vorgenommen wurden und werden, wann diese stattfinden und welche Bäume gesetzt werden sollen.

Antrag: Baumpflanzungen zur Geburt

Die Gemeinde Weingarten pflegt seit über dreißig Jahren folgende Tradition:

Jedes neugeborene Kind erhält auf Wunsch der Erziehungsberechtigten einen Geburtsbaum und ein Namensschild. Die Bäume werden bei einer gemeinsamen Pflanzaktion mit dem Forst gepflanzt und die Namensschilder an vorbereiteten Pflöcken befestigt.

Siehe https://www.weingarten-baden.de/index.php?id=106

Diese für interessierte Familien sehr schöne Aktion hat zu mehr als 2000 Baumpflanzungen geführt.

Wir beantragen:

Die Ortsverwaltung führt in Grötzingen eine Baumpflanzaktion für neugeborene Grötzinger Erdenbürger ein.

Von Kirschpflaumen, Traubenkirschen und Ackerbergen

Auf Einladung der Amphibienschutzgruppe Grötzingen bot Thomas Breunig vom Karlsruher Institut für Botanik und Landschaftskunde am 11. März 2019 eine Naturführung „Entstehungsgeschichte und Botanik der Gießbachniederung“ an.

Herr Breunig (Bildmitte) erkärte eingangs, dass die Gießbachniederung ein Teil der Kinzig-Murg-Rinne ist, die sich dadurch gebildet hat, dass die beim Einbruch des Rheingrabens abgesunkenen Gesteinsschollen hier am Bergrand ein wenig mehr abgesunken sind als weiter westlich in der Hardt. Hier floss seit dem Ende der Eiszeit bis noch in historischer Zeit Oberflächenwasser. Es ist aber ungeklärt, ob Wasser von Kinzig und Murg dabei war.
Wo die Pfinz in die Rheinebene tritt, hat sie einen Schwemmkegel ausgebildet. Seit es im Pfinzgau Ackerbau gibt, wird die Ackererde bei Starkregen abgeschwemmt und lagert sich ab, wenn sich das Hochwasser neben dem Flusslauf in die Fläche ergießt. Das ergibt fruchtbaren Ackerboden.
Als frühest blühendes Gehölz, noch vor der Schlehe, stellte Herr Breunig die Kirschpflaume vor, die bei uns wild wächst und als Unterlage veredelter Steinobstsorten dient. Wenn bei einem alten Baum die Veredelung schwächelt, treibt, wie gesehen, unten die Kirschpflaume aus.
Auch kleine Pflanzen wurden beachtet, hier eine zartlila blühende Taubnessel mit dem für Lippenblütler typischen vierkantigen Stiel.
Auf den Bäumen im Hintergrund sind Misteln zu erkennen, Halbschmarotzer, die den Wirtsbäumen Saft entziehen, aber als grüne Pflanzen selbst Photosynthese betreiben. Es handelt sich um die bei uns häufige Laubbaummistel. Wie Herr Breunig mitteilte, gibt es als Besonderheit in der Karlsruher Gegend auch die beiden anderen, seltenen Mistelarten, Kiefernmistel und Tannenmistel.
Ein Stück vom Weg entfernt im Bruchwald steht hier ein stattlicher Baum mit Brettwurzeln, eine Flatterulme. Zusammen mit Schwarzerlen und Eschen gedeihen Flatterulmen auf dem nassen Boden. Anders als Feldulmen sind sie nicht vom Ulmensplintkäfer bedroht.
Am Baggersee zeigte Herr Breunig eine Gewöhnliche Traubenkirsche, an der noch Gespinste der Traubenkirschen-Gespinstmotte vom vergangenen Jahr hingen. Es ist eine nässeliebende einheimische Baumart, im Gegensatz zu der Amerikanischen Traubenkirsche, die zur Auflockerung von Kiefernwäldern angepflanzt wurde und sich zum Missfallen der Förster ungehemmt ausbreitet.
Auf dem Rückweg hob die letzte Abendsonne die scharfe Bergkante deutlich hervor. Wo wir stehen, ist die Scholle mit dem am Berg anstehenden Muschelkalk mehrere Kilometer tief abgesunken und mit Ablagerungen überdeckt.
Bleibt noch der Begriff Ackerberge zu klären. Wenn beim Pflügen eine Furche fertig ist und der Pflug gewendet wird, fällt jedesmal etwas Erde herunter. Wenn das jahrhundertelang immer am Wegesrand passiert, erhöht sich der Weg gegenüber der Ackerfläche. Man spricht dann laut Herrn Breunig von Ackerbergen.
Am Ende der Naturführung war es schon fast dunkel. Thomas Hauenstein dankte unter Beifall Herrn Breunig und überreichte ihm Grötzinger Präsente.